Scheibenschlagen

Wenn nach Fastnacht im Kleintal am Sommerberg ein großes Feuer brennt, so ist dies ein Zeichen, dass der Winter zu Ende geht und die Tage bald wieder länger werden.

Die „Schauinsländer-Berggeister“ pflegen diesen alten Brauch, der überall im alemannischen Land nach Fasnet anzutreffen ist, seit über 20 Jahren. Schon früh am Morgen beginnt die Arbeit der „Schiibebuebe“ mit dem aufrichten des Holzhaufens für das große Feuer am Abend. Bis vor wenigen Jahren haben die „Schiibebuebe“ das dafür benötigte Holz mit Traktor und Anhänger am besagten Tag im Dorf bei der Bevölkerung zusammen gebettelt, was heute leider nicht mehr möglich ist, weil das Feuern mit Holz nicht mehr so verbreitet ist.

Was aber immer noch Tradition hat, ist der Traktor und der Anhänger, denn die „Schiibebuebe“ ziehen nach dem der Holzhaufen aufgerichtet wurde immer noch durch das Dorf um das Scheibenschlagen anzukündigen. Nach Einbruch der Dunkelheit wird dann das Schiibefeuer angezündet, der „Schiibevater“ gefolgt von den „Schiibebuebe“, alle gekleidet mit weißem Hemd, Krawatte und Strohhut, umschreiten den brennenden Holzstoß, und beten dabei das Vaterunser.

Dann werden die etwa 10 cm großen quadratischen Holzscheiben, die ca. 2 cm dick, nach allen vier Seiten angeschrägt und mit einem Loch in der Mitte versehen sind, auf einen Haselnussstock gesteckt, und im Feuer zum glühen gebracht. „Schiibii – Schiiboo wem soll die Schiibe go? Die Schiibe soll der Heiligen Dreifaltigkeit go“ schallt es dann vom Berg ins Tal, denn die erste, etwas größere Scheibe die über den Scheibentisch ins Tal geschlagen wird gilt immer der heiligen Dreifaltigkeit, gefolgt von den Scheiben für den Pfarrer, den Ortsvorsteher, den Lehrern und den wenigen Wirtschaften im Ort. Danach werden all diejenigen mit einer Scheibe bedacht, die das vergangene Jahr über im Dorf von sich rede machten, auffielen oder die man besonders in sein Herz geschlossen hat, wie zum Beispiel seine Familie oder die Freundin. Je weiter die Scheibe ins Tal fliegt, so sagt man, um so mehr entspricht sie der Wahrheit, oder geht sie in Erfüllung. Natürlich kommt es auch oft vor, dass ein „Schiibebue“ beim abschlagen den Scheibentisch verfehlt, sich die Scheibe nicht vom Stock löst, oder gar zerspringt. Dafür gibt es natürlich, um dem entsprechenden Spruch Nachdruck zu verleihen oder trotzdem gelten zu lassen, einen Folgespruch der lautet „.......und goht si nit, so gilt si doch !!“

Das Scheibenschlagen, das natürlich von vielen Schaulustigen und Neugierigen besucht wird, die oft sogar hoffen mit einer Scheibe bedacht zu werden, endet mit folgendem Spruch: „Schiib, Schiib, de Rai nab, Kiechlepfanne hät`s Bei ab, de Ankehaafe het de Bode drus, un jetzt isch die alt Fasnet us.“ Anschließend zieht man durch die Gasthäuser im Dorf oder es geht zum Schiibehock.

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